Die Mär vom überlaufenen Geocaching

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass unser allseits geliebtes Hobby zu überlaufen sei und dass es deshalb kaum noch Spaß mache, einen guten Cache zu legen. Tatsächlich scheint sich die Zahl der aktiven Geocacher jedoch zu reduzieren, wenn man sich die Statistiken auf project-gc.com mal genauer anschaut.

Project Geocaching Cachers

Wenn wir uns auf die Zahl der aktiven Geocacher aus Deutschland beschränken, sehen wir, dass die Zahl ordentlich stagniert. Von Januar bis jetzt ist die Zahl um 8% zurückgegangen und auf 239.366 Cacher gefallen. Über das gesamte Jahr ist die Zahl der aktiven Geocacher um 90.000 (27%) gesunken. Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass es auch Neuanmeldungen oder gegebenenfalls auch Cacher gibt, die erst in der 2. Jahreshälfte wieder aktiv werden. Pauschal kann hier nicht beurteilt werden, ob dies nun ein guter oder schlechter Wert ist. Dies müsste man am Jahresende nochmal genauer betrachten.

Betrachten wir dagegen mal die Anzahl der Funde im Jahr 2015 verglichen mit dem Jahr 2014.

Project Geocaching Cache Data

Die Anzahl der gefundenen Caches seit dem 1. Januar ist trotz der schwindenen Anzahl an Geocachern gestiegen, was auf eine deutlich aktivere Community in Sachen Funden hinweist. Die Versteckfreudigkeit nimmt dagegen ab, sodass im gleichen Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis heute im Vergleich zum Jahr 2014 19% weniger Caches gelegt wurden. Die Gesamtjahreszahl muss mit Vorsicht genossen werden, aber wir nähern uns wieder den kühleren Monaten und da werden erfahrungsgemäß weniger Caches veröffentlicht, sodass ein -48% doch schon eine Hausnummer ist.

Zur Veranschaulichung habe ich die Anzahl Geocacher, Funde und versteckte Caches in Deutschland vom 1. Januar 2015 bis heute im Vergleich zum Vorjahr nochmal grafisch aufbereitet:Diagramm

Also liebe Gleichgesinnten, so ein Modehobby scheint Geocaching entgegen der landläufigen Meinung gar nicht zu sein, wenn man das mal nüchtern in Zahlen betrachtet. Die Community wird kleiner, aber aktiver. Das kann natürlich auch daran liegen, dass statt eines Multis immer häufiger eine Tradi-Runde gelegt wird, sodass die Zahl der Funde relativiert werden muss. Es kann aber auch bedeuten, dass sich die Geocachergemeinde auf die reduziert, die Spaß an dem Hobby haben und den Grundgedanken des Geocachens in sich tragen. Wir werden sehen, wo der Weg hinführt.

2 Kommentare

  1. Hi.

    Vielen Dank für die Arbeit mit den Daten. Ich werde allerdings das Gefühl nicht los, dass der Vergleich 2014/2015 am Problem der gefühlten Überfülle vorbei geht, da der Vergleichszeitraum wohl einfach zu kurz ist. Ich kann mir vorstellen, dass Cacher, die über Überfüllung stöhnen, sich eigentlich an „die gute alte Zeit“ von vor 5 oder mehr Jahren erinnern. Falls es für diesen Zeitraum auch vergleichbare Zahlen gibt, wäre eine erneute Gegenüberstellung spannend.

    • Da stimme ich dir zu. Mir sind bei einer anderen Analyse die Daten aufgefallen und ich dachte, dass ich einen kurzen Beitrag darüber schreibe, dass es zumindest nach einer Trendwende ausschaut. „Die gute alte Zeit“, die ich persönlich nicht als aktiver Cacher mitbekommen habe, aber aus Erzählungen kenne, wird vermutlich auch nicht zurückkehren. Dafür gibt es mittlerweile auch ein strengeres Reglement, etc.
      Ich werde trotzdem mal schauen, ob ich ältere Daten finde und diese dann auch nochmal aufbereiten.

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